Stepping into pictures – Englisch im Museum lernen

Den Klassenraum verlassen und anderswo, zum Beispiel in einem Museum, lernen können, dies schafft Motivation und Erinnerungen. Zusätzlich wird nicht nur fachlich gelernt, sondern auch sozial. Ein außerschulischer Lernort trägt immer zur Verbesserung des Klassenzusammenhalts und der Klassengemeinschaft bei. Fremdsprachlich bietet sich im Museum die Möglichkeit zu interagieren, kulturelle Eindrücke zu gewinnen oder sie zu vertiefen und neuen fremdsprachlichen Input zu erhalten. Die Schülerinnen und Schüler können unterschiedliche Methoden erproben und mit Sprache experimentieren ohne im „Kontrollraum Klassenzimmer“ zu sein.

In At work 28 stellen wir das Programm „Stepping into pictures“ mit dem Museum Ludwig vor, das Lernenden sowohl Kunst als auch die Fremdsprache vermitteln soll. Dies sind drei der erfolgreichsten Methoden:

Phrase it! – Bilder zum Sprechen bringen

Die Schülerinnen und Schüler machen sich zunächst mit den Kunstwerken der POP ART vertraut. Dazu gehen sie zu zweit oder zu dritt durch die Ausstellung und wählen ein Kunstwerk aus. Sie spekulieren darüber, was die Personen (oder auch Gegenstände) im Bild denken oder sagen könnten. Anschließend fotografieren sie das Kunstwerk und fügen mithilfe einer Foto-App Sprech- oder Gedankenblasen ein. Um ihre Interpretation zu stützen, fertigen sie zusätzlich drei Detailaufnahmen an. Nach zwanzig Minuten sollten alle Paare oder Dreierteams fertig sein und ihre Ergebnisse einem anderen Paar oder Dreierteam präsentieren.

  • Ein gratis Arbeitsblatt zur Methode Phrase it gibt es in At work 28

Stepping into the picture – ins Bild einfühlen

Im Zentrum der nächsten Übung steht Jeff Walls Fotografie Listener (2015). Als Einfühlung in die Situation und die Personen im Foto und zur Vorbereitung auf das picture interview stellen Freiwillige die Männergruppe auf dem Bild in einem Standbild (freeze frame) nach (Grieser-Kindel 2016: 93-104). Dies geschieht zunächst ohne Worte. Die Beobachtenden dürfen vorsichtig kleine Korrekturen vornehmen und einzelne Figuren durch Handauflegen zum Sprechen bringen (thought tracking).

Anschließend notieren alle Fragen an die abgebildeten Personen. Dann beginnt das eigentliche picture interview, bei dem es auf Spontaneität und Kreativität ankommt (Grieser-Kindel 2016: 133, 137): Eine Frage wird an eine der Bildfiguren formuliert. Eine Freiwillige oder ein Freiwilliger stellt sich vor die Person im Bild und beantwortet die Frage aus deren Sicht. Dieselben Fragen können nacheinander von mehreren Personen unterschiedlich beantwortet werden, um den Interpretationsspielraum deutlich zu machen. Danach werden weitere Fragen gestellt.

Paper theatre – Geschichten erzählen

Die dritte Station ist Roy Lichtensteins Maybe aus dem Jahr 1965. Hier geht es um das kooperative Erzählen von Geschichten (Grieser-Kindel 2016: 156-163). In Viererteams setzen sich die Schülerinnen und Schüler zunächst mit dem Bild auseinander. Dann sammeln und diskutieren sie Details für eine Geschichte, die das Bild erzählt. Dabei versuchen sie, Bilddetails zu interpretieren, aber auch Leerstellen im Bild mit eigenen Ideen zu füllen. Sie einigen sich auf eine Zeit, in der die Geschichte spielt und legen das Genre und die Protagonisten fest. Daraufhin wird die Geschichte – ähnlich wie ein Storyboard – auf DIN-A3-Blätter im Querformat gezeichnet. Das Kunstwerk stellt dabei das mittlere Bild dar, vier weitere Skizzen illustrieren, was vorher und nachher geschehen ist. Jedes Gruppenmitglied übernimmt eine der Skizzen. Die erste und zweite Zeichnung zeigen, was einen Tag zuvor und wenige Minuten vorher geschehen ist. Das vierte und fünfte Bild visualisieren, was kurz darauf und einen Tag später passiert. Sind die Zeichnungen fertig, proben die Teams ihre Erzählung, anschließend werden die Geschichten in der Runde vorgetragen. Dazu stehen die Erzählenden nebeneinander, präsentieren ihre Skizzen und erzählen chronologisch.

  • Ein gratis Arbeitsblatt mit Language support zu den drei Methoden gibt es in At work 28

 

Lesen Sie den gesamten Artikel „Stepping into Pictures – Englisch im Museum Ludwig lernen“ in At work 28.


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