Herausforderung „Übergang“

Kontinuität im Englischunterricht

Englischunterricht ab Klasse 1 ist in manchen Bundesländern selbstverständlich, in anderen wird Englisch jedoch erst ab Klasse 3 unterrichtet. Die Forschungsgruppe PEAK1 hat im Auftrag des Hessischen Kultusministeriums Schüler vom 1. bis zum 5. Schuljahr begleitet und ihre Lernfortschritte im Englisch dokumentiert. Ab dem 5. Schuljahr wurden diese Schüler mit Frühenglisch gemeinsam mit Kindern unterrichtet, die Englischunterricht ab dem 3. Schuljahr oder später erhalten haben. Zwei Fragen an Professor Legutke.

#Grundschulenglisch: #Englischunterricht ab Klasse 1 oder Klasse 3? Und wie kann es in Klasse 5 weitergehen?
Waren im 5. Schuljahr Leistungsunterschiede erkennbar, je nachdem, ob das Kind schon früh Englischunterricht erhalten hat?

Michael Legutke: Ja, denn Befragungen nach den ersten Monaten in Klasse 5 haben gezeigt, dass die große Mehrheit der Kinder, die an dem Projekt teilgenommen haben, das in der Grundschule Gelernte als große Hilfe für den Englischunterricht in Klasse 5 erlebte. Die Kinder hatten in der Grundschule schließlich immer wieder gelernt, ihr Können zu demonstrieren. Das stärkt ihr Selbstbewusstsein. Daran besteht kein Zweifel.

Was empfehlen Sie Lehrkräften, die einen frustfreien Übergang von der Grundschule in weiterführende Schulen gestalten möchten?

Michael Legutke: Das Wichtigste beim Übergang ist der Blick über den Zaun der eigenen Schulstufe. Wechselseitige Hospitationen, gemeinsame Treffen und Projekte zwischen Klasse 4 und 5 erachten wir als sinnvoll. All solche Übergangsprojekte sollten von dem Prinzip small is beautiful bestimmt sein – kleine Schritte mit großen Wirkungen. Ebenso wichtig beim Übergang ist, dass Grundschulkinder lernen, ihr Wissen und Können zu zeigen: show what you know, show what you can do. Kinder sollten zudem in der 5. Klasse den Raum erhalten, das zu zeigen, was sie an Wissen mitbringen. Dabei helfen entsprechende Aufgaben, die lehrwerkbasiert sein sollten. So lässt sich das Mitgebrachte ausbauen und vertiefen.

Über das Projekt PEAK1:

In dem sechsjährigen Projekt arbeiteten Lehrkräfte aus sechs Grundschulen und fünf weiterführenden Schulen (drei Gymnasien, eine Realschule und eine integrierten Gesamtschule) kontinuierlich zusammen. Arbeitsschwerpunkte waren die Entwicklung von Lernaufgaben, die Arbeit mit narrativen Texten und die Erprobung von Kooperationsformen sowie die Entwicklung eines Sprechtests zum Ende der 4. Klasse.


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