Interaktive Whiteboards

Wie verändert sich der Unterricht mit interaktiven Whiteboards?

Das Hamburger Wilhelm-Gymnasium erzielte 2009 den ersten Platz eines deutschlandweit ausgeschriebenen Innovationspreises für Bildungseinrichtungen. Der Grund: Das wegweisende Medienkonzept, bei dem die Schule komplett mit interaktiven Whiteboards ausgestattet wurde. OStR Thomas Iser ist als didaktischer Berater für neue Medien der hauptverantwortliche Mann hinter diesem Konzept und zudem auch Mitglied der TEA.

Herr Iser, welche Auswirkungen haben interaktive Whiteboards auf den Unterricht?

„Ich verstehe die interaktiven Whiteboards als einen Evolutionsschritt, weil durch sie der Umgang mit dem Computer nun in den Schulalltag gelangt, der in vielen anderen Lebensbereichen schon ganz selbstverständlich ist. Aktuell werden interaktiven Whiteboards zum Teil noch kritisch betrachtet oder gar als Spielzeuge bezeichnet. Interessanterweise erging es der klassischen Schultafel bei ihrer Einführung nicht anders. In einem Zitat eines Schulrates von 1826 heißt es über die Wandtafel: Für unumgänglich nothwendig halte ich diese nicht. Sie ist, […] zu theuer […]. Die wenigsten Lehrer […] wissen gehörig mit ihr umzugehen […] und mißbrauchen sie wohl gar zu unnützen Kunststücken.

Allerdings sollte jetzt nicht „auf Teufel komm raus“ jedes Klassenzimmer mit interaktiven Whiteboards ausgestattet werden. Ich halte ein individuelles Medienkonzept im Vorfeld für unabdingbar. Dieses beantwortet unter anderem Fragen, wie: Wie viele Whiteboards brauche ich wofür? Wie beeinflusst das die Gestaltung des Unterrichts? Lehrer und auch Schüler müssen zudem fortgebildet werden, wie sie dieses Medium sinnvoll einsetzen können. Dazu gehört aber nicht nur die technische Bedienung, sondern vor allem auch die Didaktik und Methodik.

In der Praxis eignen sich die interaktiven Whiteboards dann für alle Unterrichtsfächer. Sie unterstützen Visualisierungen und dynamische Tafelbilder, die in geisteswissenschaftlichen und sprachlichen Fächern stark gefragt sind, und ermöglichen Simulationen, die den mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht bereichern können.“

Wie verändern interaktive Whiteboards das Lehren und Lernen?

Das Hamburger Wilhelm-Gymnasium erzielte 2009 den ersten Platz eines deutschlandweit ausgeschriebenen Innovationspreises für Bildungseinrichtungen. Der Grund: Das wegweisende Medienkonzept, bei dem die Schule komplett mit interaktiven Whiteboards ausgestattet wurde. OStR Thomas Iser ist als didaktischer Berater für neue Medien der hauptverantwortliche Mann hinter diesem Konzept und zudem auch Mitglied der TEA.

Herr Iser, wie verändern interaktive Whiteboards die Arbeit von Lehrern und Schülern?

„Ich selbst habe vor ungefähr sieben Jahren begonnen, mit interaktiven Whiteboards zu arbeiten, und sie damals zunächst wie eine ganz gewöhnliche Weißwandtafel verwendet. Erst später lernte ich ihr Potenzial für prozessorientiertes Unterrichten zu nutzen. Dies zeigt, dass sie auf ganz unterschiedlichen Ebenen anfangen können mit diesem Medium sinnvoll zu unterrichten. Letztendlich ist hierfür dann entscheidend, welche digitalen Vorkenntnisse die Kollegen mitbringen.

Schülerinnen und Schüler sehen in diesen Whiteboards vielleicht eher ein Computereingabegerät, wie sie es aus ihrem Alltag kennen. Schließlich haben schon viele von ihnen Zugang zu Smartphones und Tablets mit Touchscreen. Das Eingabeprinzip ist beim interaktiven Whiteboard dasselbe, nur das Display ist wesentlich größer. Als Folge steigt durch die Kombination aus Vertrautem und dem „Coolness-Faktor“ der Geräte die Lernmotivation. Ganz nebenbei können Medienkompetenz – besonders das Verhalten im Internet – und Präsentationstechniken geschult werden. Die Schulbuchverlage stellen zudem immer öfter multimediale Materialien bereit, die den Unterricht mit dem interaktiven Whiteboard auch methodisch aufwerten können.“


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