Die Welt ins Klassenzimmer holen – oder zu sich nach hause

Sechs Tipps für internationale Sprachkontakte

Kaum jemand kommt ohne Englisch aus: Den Grundstein für die internationale Kommunikation legt der Englischunterricht. Manche Schülerinnen und Schüler machen allerdings bei den ersten Kontakten die Erfahrung, dass manche ihrer Gesprächspartner schwer zu verstehen sind.

World Englishes und International Language

Englisch ist in aller Munde: Als Mutter- oder Zweitsprache für Millionen von Menschen sind unzählige Varietäten, Register und Dialekte rund um den Globus anzutreffen. Diese Vielfalt beschreibt der Begriff World Englishes. Hinzu kommen zahlreiche Nicht-Muttersprachler, die über den Gebrauch des Englischen miteinander in Kontakt kommen, und auf ihre eigene Weise kommunizieren. Englisch als Lingua franca, als internationale Verkehrssprache, ermöglicht eine Basis-Kommunikation zwischen Sprechern unterschiedlicher Muttersprachen.

Wenn es um Austausch auf UN-Niveau geht, ist von English as an International Language (kurz EIL) die Rede. Für den schulischen Englischunterricht ist vor allem eins von Bedeutung: „Der Unterricht muss sich an der gesellschaftlichen Bedeutung der Sprache ausrichten und den Schülern ein global akzeptables Englisch vermitteln“, fordert Konrad Schröder, Professor emeritus für Didaktik des Englischen an der Universität Augsburg und Mitglied von The English Academy. Schüler sollen nicht nur auf Kontakte mit Briten und Amerikanern, sondern auch mit non-natives und Sprecherinnen und Sprechern anderer muttersprachlicher Varietäten vorbereitet sein.

Der Traum von einer gemeinsamen Sprache

Um in Douglas Adams’ Universum in The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy weltallweit zu kommunizieren, ist nichts weiter nötig, als sich einen kleinen „Babelfisch“ ins Ohr zu setzen. Das Tierchen ernährt sich von Gehirnströmen und wandelt dabei jede fremde Sprache in die seines Wirts um. In der Realität ist es komplizierter. Trotzdem hat es in der Geschichte zahlreiche Versuche gegeben, eine gemeinsame Sprache zu schaffen, um sprachenübergreifend zu kommunizieren. Früh stand dabei auch die englische Sprache Pate. In den dreißiger Jahren hat der britische Linguist Charles K. Ogden mit BASIC (British American Scientific International Commercial) eine vereinfachte Version der englischen Sprache vorgestellt, um Menschen ohne Englischkenntnisse schnell in die Lage zu versetzen, sich am internationalen Dialog zu beteiligen.

Auf diese Art der Vereinfachung kann der Englischunterricht in der Schule noch nicht zurückgreifen – auch wenn Übersetzungsprogramme wie deepL schon recht überzeugende Hilfen liefern.  Für die Anforderungen, denen die Schülerinnen und Schüler im Leben begegnen, reichen Grundkenntnisse wie BASIC und der virtuose Umgang mit Übersetzungsapps kaum aus. „Mindestens die Niveaustufe B1 des europäischen Referenzrahmens für Sprachen sollten Schulabgänger erreichen“, rät Schröder. Dazu gehöre auch, dass die Schüler sowohl mit Mutter- als auch Nicht-Muttersprachlern kommunizieren können, unabhängig von deren kulturellem Hintergrund und Aussprache.

Sechs Tipps, um die Welt ins Klassenzimmer – oder in die Wohnung – zu holen

  • Hörverstehen: „Das Tor zu allem weiteren“ nennt Konrad Schröder diese Schlüsselfertigkeit. Gute Lehrwerke mit authentischem Audiomaterial, z.B. die Westermann-Lehrwerke mit BiBox, Internetradio oder YouTube machen es leicht, Stimmen aus aller Welt ins Klassenzimmer zu holen.
  • Reise-Eindrücke: Wer wissen möchte, wie in der Welt Englisch gesprochen wird, sollte sich selbst auf die Reise machen – am besten ohne Reisegruppe. Flug, Hotels und ein Auto kann man vorab reservieren, und dann geht es los – mit sprachlicher und kultureller Neugierde und dem Handy als Aufnahmegerät im Gepäck.  … Und wer gerade nur „mit dem Finger auf der Landkarte“ reisen kann, gewinnt Reiseeindrücke in Reiseblogs. Unsere Tipps:
  • Task-based Learning: Lebensechte Aufgaben mit authentischen Materialien bereiten am besten auf das „richtige“ Leben vor – und die Motivation steigt auch.
  • Mehrsprachige Identität: Mit Selbstsicherheit, Empathie, der Bereitschaft zu Selbstkritik und Offenheit klappt der Kontakt zu  internationaler Gesellschaft am besten. Frühzeitig lässt sich die Begegnung mit dem Fremden zum Beispiel durch Portfolioarbeit vorbereiten.
  • Virtual Exchange: Im virtuellen Austausch zwischen Schulklassen tauschen sich zwei Lerngruppen über einen längeren Zeitraum über ein bestimmtes Thema auf Englisch aus.

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