Lesen und Schreiben trainieren

Über 20 Prozent der Schülerinnen und Schüler hätten laut PISA-Studie hierzulande Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben in Deutsch – ein Alarmzeichen, auch für die erste Fremdsprache. Denn nur wer englische Texte nicht nur ablesen kann, sondern auch versteht, und seine Gedanken auf Englisch schriftlich auszudrücken weiß, kann in der wichtigsten internationalen Verkehrssprache mitreden.

Texte erfassen lernen

Lesen lernen heißt vor allem die Inhalte mitunter sehr verschiedener Texttypen erfassen lernen. Zum Aufbauen ihrer Lesekompetenz durchforsten die Schülerinnen und Schüler in den Lehrwerken von Westermann englischsprachige Alltagstexte vom Comic über Originalausschnitte bis zur Kurzgeschichte erst einmal nach wichtigen Wörtern oder Satzstrukturen – auch mit dem Wörterbuch. Im nächsten Schritt helfen ihnen die Übungen aus Text- und Workbook, Zusammenhänge zu ergründen, zum Beispiel beim Ordnen durcheinander gewürfelter Textteile. Das Textverständnis steigt weiter, wenn sich die Lerner dann auch den Hauptinhalt klar machen können. Etwa so, wie es Journalistinnen und Journalisten tun, bevor sie die Kurzmeldung texten, nämlich die W-Fragen beantworten:

  • Was?
  • Wer?
  • Wo?
  • Wann?
  • Weshalb?

Um Zusammenhänge weiter zu erforschen, zeigt die Praxiserfahrung, dass es den Kids Freude macht, wenn sie zum Beispiel selbst in die Rolle der Textfiguren schlüpfen und deren Sicht darstellen oder sich für die Geschichte eine andere Wendung ausdenken.

Nicht nur mit den Augen lesen

Gerade in der Fremdsprache ist es wichtig, dass sich die Schüler für das Lesen weiterer Hilfsmittel bedienen: Zum Beispiel Bilder und Überschriften bewusst beachten oder wichtige Stellen farbig markieren. Das genauere Scannen des Textes unterstützen etwa Multiple-Choice-Fragen. Auch ein Leseprotokoll hilft, sich die eigene Lesekompetenz bewusst zu machen. Darin denken die Schüler zum Beispiel über Fragen nach wie: Was habe ich verstanden? Was fand ich schwer zu lesen? Die wichtigste Hilfe beim Lesen ist und bleibt die Freude am Lesen selbst. Die fördern Lehrkräfte am besten, indem sie das Können und das Interesse seiner Schüler richtig einschätzen und dafür aus dem „Steinbruch Lehrwerk“ die geeignetsten Texte und Übungen rauspicken.

Schreiben braucht Zeit

Im Vergleich zum Lesen ist das Schreiben deutlich schwieriger. Der Text muss ohne Rückfrage verständlich sein. In der Fremdsprache zu texten, macht das Schreiben aus drei Gründen nicht leichter:

  1. Der Wortschatz ist eingeschränkt.
  2. Grammatik und Rechtschreibung sind nicht so präsent wie in der Muttersprache.
  3. Und viele Redemittel fehlen noch.

Für die Schreibübungen im Unterricht heißt das: Hier dürfen die Schüler länger brauchen, um in viele kleinen Pausen über den Textaufbau nachzudenken, gegenzulesen, zu streichen und zu ergänzen.

Früh mit kleinen Texten beginnen

Das Schreiben üben die Schülerinnen und Schüler am besten in zwei aufeinander aufbauenden Stufen – dem Vorbereiten und dem Verfassen. Neben Wortscrabbles als Buchstabierübung und anderen Warm-ups trainieren die Lerner auch das Suchen nach Textideen, etwa indem sie mit Mindmaps neue Begriffe zu einem Kernwort finden.

Ein wichtiger Ansatz für das Schreiben selbst ist, die Lernenden schon sehr früh schreiben zu lassen – und seien es nur kleine Texte. Das beginnt zum Beispiel damit, Sätze aus wenigen vorgegebenen Worten erfinden zu lassen. Für Fortgeschrittene hat sich gezeigt, dass das Schreiben einer bekannten Geschichte aus einer neuen Perspektive gut ankommt. In den Lehrwerksmaterialien finden sich auch viele Ideen für das Texten zu einer Bildergeschichte oder für den kleinen Fortsetzungsroman.

Speakers‘ Corner

Das Schreiben macht den Schülerinnen und Schülern umso mehr Freude, wenn ihre Produkte auch entsprechend gewürdigt werden. In vielen Klassen hängen Poster aus Textprojekten oder stehen sogar Rednerpulte für das Vorlesen – ein respektvoller Rahmen für das eigene Werk. Grundregel: Jede Lesung wird beklatscht, danach gemeinsam kurz besprochen und der Text im gemeinsamen Geschichtenordner abgeheftet. Viele Schulklassen binden daraus zum Schuljahresende sogar ein eigenes Lesebuch.


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