Zum Tode von Ursula Asheuer

Probieren geht über Studieren

Mit ihrem Brief an eine junge Kollegin warb Ursula Asheuer für eine prozessorientierte Haltung gegenüber Lernern und deren Umgang miteinander wie auch mit ihren Fehlern.

 

In den dunklen Tagen des November erreicht uns die Nachricht, dass Ursula Asheuer (Berlin) im Jahr ihres 70. Geburtstages überraschend gestorben ist. Darüber sind Englischlehrkräfte und Fortbildungskolleginnen und -kollegen weit über den Berlin-Brandenburger Raum, ihren engeren Wirkungskreis, hinaus, betroffen und traurig.

Nicht vom distanzierten Katheder einer Hochschule, sondern im unmittelbaren Kontakt mit schulischer Arbeit hat Ursula Asheuer viele Jahre aus dem Pädagogischen Zentrum Berlin (und Nachfolgeeinrichtungen) den Englischunterricht in der 6-jährigen Grundschule gefördert und ein persönliches fachkollegiales Netz engagierter Lehrkräfte und Moderator/inn/en aufgebaut und – selbstlos über ihre Pensionierung hinaus – begleitet. Die thematischen Materialien, die sie mit ihren Teams entwarf, waren mustergültig für einen handlungsorientierten schülerbezogenen Englischunterricht, der Neugier weckt, Freude macht und das Fundament für eine umfassende sprachliche Bildung legt.

Auch im Diesterweg-Netzwerk der English Academy haben wir Ursula Asheuer als eine liebevolle – das zuerst – hochkompetente und engagierte Kollegin kennen gelernt, die immer dem Grundsatz folgte, Schüler zu unterrichten, nicht Fächer.  Und doch in ihrem Fach „Englisch für alle“ eine hohe Kompetenz besaß und vermittelte. Wir hatten das Privileg, Sie in den letzten Jahren und noch nach ihrer Pensionierung als Autorin für Fortbildungsmaterialien zu gewinnen, insbesondere für einen ganz grundlegenden Beitrag zur Fehlerdidaktik, und zuletzt aktuell im Diesterweg-Magazin At Work.

Wir haben gespürt, wie wichtig ihr der uns allen aufgegebene pädagogische Grundsatz war, den Hartmut von Hentig formuliert hat: Die Sachen klären und die Menschen stärken. Wenn Ursula Asheuer am 21. November zu Grabe getragen wird, reihen wir uns in die große Schar derer ein, die tief und sehr persönlich betroffen sind. Aussage und Ausstrahlung von Ursula Asheuer werden nicht vergessen!